Traversing the creative world in all directions

Ausgestattet mit Wissen und Erfahrung in Architektur und Design, einem Reichtum an Ideen und präziser und akkurater Handarbeit hat Norihiko Terayama seine eigene Welt etabliert. Er ist vielleicht einer der bemerkenswertesten Künstler unserer Zeit, der noch entdeckt werden kann.

Norihiko Terayama wurde 1977 in Japan geboren. In Japan ist er vor allem als Produktdesigner bekannt. Er wuchs in einem kreativen Umfeld auf, da sein Großvater als Restaurator des Nikko-Toshogu-Schreins bekannt war und sein Vater als Architekt tätig ist. Beeinflusst von seinem Vater, studierte er Architektur und ging dann an die Design Academy Eindhoven in den Niederlanden, wo er bei Gijs Bakker, dem Gründer von DROOG Design, seinen Abschluss in Produktdesign machte. Außerdem absolvierte er ein einjähriges Praktikum im Büro von Richard Hutten, einem Mitglied von DROOG Design, bevor er nach Japan zurückkehrte. Wenn man seinen Werdegang auf diese Weise verfolgt, wird deutlich, dass auch seine aktuelle Kunst auf Architektur und Design basiert.
Norihiko Terayama ist mit seinem Ideenreichtum und seiner sorgfältigen, präzisen Handarbeit dabei, sich eine eigene Welt zu schaffen, und ist vielleicht einer der bemerkenswertesten japanischen Künstler unserer Zeit.

Im Folgenden möchte ich ihn in einem Frage-Antwort-Format vorstellen, um zu erläutern, wie er über das Design in die Kunstwelt kam, sein Konzept der Werke und seine Zukunftsvision.

Sie sind als Produktdesigner sehr beschäftigt und haben erst vor wenigen Jahren begonnen, Kunst zu schaffen. Wie sind Sie zu der Entscheidung gekommen, Künstler werden zu wollen?

Terayama: Ich habe viele Dinge als Designer gemacht, aber als ich „Crust of the polygon“ schuf, war es das erste Mal, dass ich ein Werk frei von Funktion geschaffen habe. Bis dahin waren meine früheren Arbeiten Designarbeiten, so dass es sehr wichtig war, die Funktionalität zu betonen, aber diese Arbeit wurde ohne Rücksicht auf diese Zweckmäßigkeit gemacht. Bis dahin hatte ich nie darüber nachgedacht, den Rahmen des Designs zu sprengen, und selbst wenn ich eine interessante Idee hatte, habe ich nie versucht, sie zu verwirklichen. Bald aber hielt ich es für falsch, meine „funktionsfreien“ Ideen zu ignorieren, und so begann ich, in die Rolle des Künstlers zu schlüpfen, damit ich frei etwas schaffen konnte. Künstler ist nur ein Titel, aber dadurch, dass ich mich selbst so bezeichne, habe ich meine Perspektive auf das Schaffen von Dingen erweitert, und ich habe das Gefühl, dass ich freier geworden bin.

Herr Terayama, Sie haben verschiedene Werkserien, aber alle scheinen sich auf Punkte und Linien zu konzentrieren. Was denken Sie darüber? Der Kontrast zwischen natürlichen und vom Menschen geschaffenen Objekten ist ebenfalls ein wichtiges Thema für Sie.
Könnten Sie das Konzept Ihrer Werke näher erläutern?

Bei der Schaffung eines Kunstwerks muss ich viel ausprobieren, bevor die endgültige Form feststeht, aber ich denke, der Grund, warum viele meiner fertigen Werke Linien, Punkte und gleichmäßig angeordnete Objekte enthalten, liegt größtenteils an meiner Architekturausbildung. Damals zeichnete ich mit der Hand, und ich benutzte gerne 0,3 mm und 0,5 mm Stifte, um Linien mit unterschiedlicher Dicke und Stärke zu zeichnen. Ich denke, der Prozess der Oberflächengestaltung ähnelt dem Prozess der Herstellung von Dingen heute.

Sie sind ja noch so lange als Künstler unterwegs und doch haben Sie eine sehr vielfältige Reihe von Werken geschaffen. Woher nehmen Sie Ihre so unterschiedlichen Ideen?

Bei mir ist es so, dass, wenn ich dabei bin, ein Kunstwerk zu schaffen, mir schon die Ideen für das nächste Kunstwerk zufliegen. Ich habe also das seltsame Gefühl, dass ich an dem aktuellen Werk arbeite, um eine Idee für das nächste zu haben, und die Ideen für neue Werke kommen mir ununterbrochen. Auf den ersten Blick scheinen sich also alle Werke in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln, aber in Wirklichkeit sind sie eng miteinander verflochten. In Zukunft möchte ich jedoch Werke mit völlig neuen Ideen von Grund auf schaffen. Um ehrlich zu sein, gibt es noch viele Dinge, die ich gerne realisieren würde, aber ich war noch nicht in der Lage, dies zu tun. Ich denke, ich muss etwas gegen mein aktuelles Umfeld tun, in dem ich nicht genug Zeit habe, um selbst Fortschritte zu machen. Ich habe das Gefühl, dass die Designarbeit für mich wichtig ist, weil sie mit der Gesellschaft verbunden ist, aber in Zukunft möchte ich ein Umfeld schaffen, in dem ich mich auf meine künstlerische Arbeit konzentrieren kann.

Wie sehen Sie die Kunstwelt aus der Perspektive eines Designers?

Ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich nichts über die Kunstwelt weiß. Ich kenne nur die Namen einiger Künstler und weiß nichts über deren Techniken oder Geschichte. Ich weiß auch nicht, ob ich sie kennen muss oder nicht. Aber obwohl es schwierig und schwer fassbar ist, mein eigenes Werk zu schaffen, ohne von irgendjemandem beeinflusst zu werden, habe ich das Gefühl, dass ich von der Freiheit und der Faszination besessen bin, meine inneren Empfindungen in einer eigenen, unabhängigen Form auszudrücken.

Um Sie herum gibt es viele Designer. Wie reagieren diese auf Ihre Arbeit als Künstler?

Ich habe von meinen Kolleginnen und Kollegen nichts Bestimmtes gehört oder vernommen bisher. Als Designer war ich schon immer ein etwas merkwürdiger Macher, daher bin ich mir sicher, dass sie mich einfach nur für einen Typen halten, der einfach so etwas auch macht.
Unter meinen Designerkollegen gibt es niemanden, der das macht, was ich mache, also wäre ich froh, wenn sie denken, dass es Designer wie mich gibt und dass es in Ordnung ist, Dinge freier zu gestalten.

Was bedeutet die Zusammenarbeit mit einer Galerie für Sie?

Für mich ist eine Galerie ein Ort, der mich und meine Arbeiten versteht. Ein Galerist, bzw. eine Galeristin ist jemand, der den Betrachtenden meine Arbeit aufrichtig und leicht verständlich erklärt, so als wäre es ihre eigene. Natürlich ist es für die Beziehung mit der Galerie wichtig, meine Werke zu verkaufen, aber ich glaube nicht, dass das Wichtigste ist. Ich denke, es würde Spaß machen, wenn wir versuchen könnten, uns gegenseitig in irgendeiner Weise zu beeinflussen.

Bitte erzählen Sie uns von Ihren Einflüssen oder Lieblingskünstlern.

Seit ich mit der Kunst angefangen habe, habe ich das Gefühl, dass ich Kunstwerke auf eine andere Art und Weise betrachten kann als früher, also denke ich, dass es in Zukunft viele Künstlerinnen und Künstler geben wird, die ich mag. Von den Ausstellungen, die ich kürzlich gesehen habe, haben mir die Arbeiten von Christian Boltanski gefallen.

Erzählen Sie uns bitte von Ihren Zukunftsplänen, z.B. welche Art von Aktivitäten Sie verfolgen möchten oder welche Herausforderungen Sie in Zukunft annehmen möchten.

Da ich noch nicht sehr lange Künstler bin, möchte ich die nächsten Jahre damit verbringen, aktiv verschiedene künstlerische Ideen zu realisieren. Außerdem möchte ich mich darauf konzentrieren, dass die Menschen mich als Künstler kennenlernen.
Im Idealfall möchte ich mich danach der Schaffung von Möglichkeiten widmen, große Wandarbeiten, dreidimensionale Werke und Installationen der internationalen Gemeinschaft zu präsentieren.

Vielen Dank für das Gespräch.