Michele

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NEO JAPAN, digitale Techniken in Malerei und illustration

„Bye bye Kitty“. Die im Jahr 2011 von der Japan Society Gallery in New York unter diesem Titel gezeigte Ausstellung markierte den wohl jüngsten Wendepunkt in der zeitgenössischen bildenden Kunst Japans. Von den Kuratoren selbst zwischen Himmel und Hölle verortet zeigte sie die Abkehr einer neuen Generation von Künstlerinnen und Künstlern weg von den bislang stark nationalen geprägten Einflüssen hin zu westlichen, vor allem amerikanischen Strömungen. Und es kennzeichnete den Abschied von einem in Japan sehr wichtigen Wort: kawaii, was so viel meint wie süß oder niedlich und in den Comic- Figuren mit den großen runden Augen oder in Plüschtieren bis heute seinen Ausdruck und den Erfolg bei dem überwiegenden Teil der japanischen Bevölkerung findet.

Smile Japan 1997 – 2013, japanische Impressionen von Robert Voit

Robert Voit zeigt unverfälschte Momentaufnahmen der japanischen Welt, die ihn seit vielen Jahren immer wieder anzieht. Die Kontraste zwischen dem technisch hochgerüsteten Alltag, der zubetonierten Landschaft und dem instinktiven Drang der Menschen nach Natur, der sich in künstlichem Grün und gemalten Blumen Ausdruck verschafft, die Einsamkeit des Einzelnen, der durch das Display seines Mobiltelefons Kontakt sucht zu seiner Umwelt, sind wiederkehrende Motive in Voits Japan-Reihe. Im Gegensatz zu vielen westlichen Fotografen, die sich Japan mit dem voreingenommenen Auge des Moralisten und Zivilisationskritikers zuwenden, zeigt Voit stets Respekt vor den Gegebenheiten seines Gastlandes. Er entlarvt nicht, sondern dokumentiert ein Japan, das seine soziopolitischen Wandlungen und besonderen geografischen Umstände nie mit dem Ausland debattiert hat, sondern seit jeher versucht, seine demografischen, wirtschaftlichen und (geo-)politischen Herausforderungen intern zu lösen.

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