Tomohide Ikeya – Neue Arbeiten vom 22. Juni bis 22. September 2012

Leeloo #01,2011, © Tomohide Ikeya/courtesy Micheko Galerie

Micheko freut sich, Ihnen neue Arbeiten von Tomohide Ikeya zeigen zu können. Der bekannte Fotokünstler war seit seiner sehr erfolgreichen Ausstellung bei Micheko im Sommer 2010 weiterhin sehr aktiv im Fortführen seiner Werkreihen „Breath“ und „Moon“.

Sehr erfolgreich auch als Mode- und Werbefotograf, liebt es Ikeya, seine Passion für das Meer und den Tauchsport mit seinen persönlichen Foto-Projekten zu verbinden. Aber anstatt Clownfische und Haie, fotografiert er Tänzer in Tiefwassertanks. Die Ergebnisse erinnern an Butoh, die moderne japanische Tanzform, die nach dem 2. Weltkrieg entwickelt wurde. Dramatisch in ihrer Ausdrucksform, aber stets ästhetisch, elegant und höchst expressiv.

Ikeyas Konzept hinter seinem Arbeitszyklus „Breath“ beruht auf dem Wasser als das Element, das uns Leben und Kraft spendet. Aber erst wenn wir nicht mehr atmen können, merken wir Menschen, wie wenig Kontrolle wir tatsächlich über die essentiellen Dinge im Leben haben. Tomohide Ikeya visualisiert diese essenzielle Kraft des Wassers in „Breath“ auf seine ganz eigene, herausfordernde Art und Weise.

Seine Fotografien aus der Reihe „Moon“ wirken auf den Betrachter erst einmal verstörend. Trotz aller Ästhetik wirken die Models in diesen Bildern bleich wie Wasserleichen, entdeckt und fotografiert, kurz nachdem sie von den dunklen Wassermassen eines Tsunami erfasst und wieder freigegeben wurden. Auch hier widmet sich Ikeya der Ästhetik des Todes und der Vergänglichkeit.

Ikeya schreibt über „Moon“:

“Die Gravitationskraft des Mondes ruft Ebbe und Flut hervor und hat die Evolution in Bewegung gebracht.
Die Sonne bedeutet „Geburt des Lebens“ und der Mond bedeutet „Rhythmus des Lebens“. Falls es den Mond nicht geben würde, dann würde es keine Evolution geben.
Wenn in der Nacht der Mond scheint, vermischen sich Leben und Tod. Die Nacht hat die ihr vom Universum zugewiesene Rolle. Wenn der Mond ruhig das Meer bestrahlt, umarmt alles Leben den endlosen Lauf der Zeit. Die Zeit lässt sich nicht stören oder manipulieren.
In den Haaren, die noch lange bleiben, auch nachdem ein Mensch sein Leben schon verloren hat und zu Staub verfallen ist, verhüllt sich ein Körper im Mondschein. In meiner Bildserie symbolisiert der Mond das menschliche Verlangen nach dem Leben und die Haare das Weiterleben über den Tod hinaus.”

Auch wenn diese Serie schon einige Zeit vor dem tragischen Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011 begonnen wurde, erhalten seine Bilder hinsichtlich dieser Naturkatstrophe, die Japans Gesellschaft grundlegend aufgeschreckt und verändert hat, eine ganz neue Bedeutung.

Einige der Bilder aus seiner Serie “Moon” hat Ikeya mit transparentem Acryllack bearbeitet. Damit erhalten diese Bilder eine noch intensivere, elementare Wirkung. Seine Arbeiten überschreiten damit die Grenze der Fotografie hinüber zur Malerei. Ikeya schafft damit Unikate, die durch ihre Materialität zusätzlich beeindrucken.

“My Affection for Idols” – neue Ausstellung der Textilkünstlerin Natsuki Ohtake

Micheko Galerie macht sich gerade frisch für seine neue Ausstellung.

“My Affection for Idols” mit neuen Arbeiten der japanischen Textilkünstlerin Natsuki Ohtake ist vom 23. September bis 19. November 2011 zu sehen. 

Zur Eröffnung, am Donnerstag, den 22. September 2011, von 19 bis ca. 21 Uhr, laden wir Sie gerne ein. Das ist auch eine gute Gelegenheit, die Künstlerin persönlich kennenzulernen. Sie kommt natürlich zu ihrer ersten Ausstellung in Europa persönlich vorbei.

Nähere Informationen zu Ohtakes Arbeit finden Sie hier.

 

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HOME FROM HOME, Satomi Shirai (Arbeiten 2006-2010)

Satomi Shirai, geboren in Tokio, lebt seit einigen Jahren in New York. In den letzten zwei Jahren haben ihre Arbeiten viel Aufmerksamkeit erregt, nachdem sie in verschiedenen Gruppen-Ausstellungen in der National Portrait Gallery in London und der Smithsonian National Portrait Gallery in Washington DC ausgestellt wurde.

Ihre aktuelle Serie „HOME FROM HOME” behandelt die beengten Lebensräume junger Ausländer in ihnen fremden Umgebungen, in denen sie nie ganz heimisch werden und wo sie meistens auf wenigen Quadratmetern leben. Dort gehen sie in ihren Habseligkeiten oft unter, verschwinden und verlieren dabei oft auch ihre eigene Identität. Oft kann man die Akteure in den Fotografien von Satomi Shirai nicht erkennen. Es handelt sich um anonyme Bewohner gesichtsloser Wohnräume. Trotzdem kann der Betrachter dieser Bilder Reminiszenzen der jeweiligen nationalen Abstammung, derer kultureller Identität und individueller Lebensgeschichte erkennen. Es sind Zeichen, die vom Willen derer zeugen, die sich nicht unterkriegen lassen wollen und ihren Weg zur eigenständigen Identität finden werden.

Itch

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